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2. Es ging ihm nichts darüber, er leert ihn jeden Schmaus, die
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Augen gingen ihm über, so oft er trank daraus.
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3. Und als er kam zu sterben, zählt er seine Städt im Reich,
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gönnt alles seinen Erben, den Becher nicht zugleich.
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4. Er saß beim Königsmahle, die Ritter um ihn her, auf hohem
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Vätersaale dort auf dem Schloß am Meer.
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5. Dort stand der alte Zecher, trank letzte Lebensglut und warf
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den heilgen Becher hinunter in die Flut.
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6. Er sah ihn stürzen, trinken und sinken tief ins Meer. Die
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Augen täten ihm sinken, trank nie einen Tropfen mehr.
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Goethe, 1774
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